KjG Gruppenleiter/in / PZ - unser „Zweites Zuhause" / Armut

 

Ein Plädoyer

Ehrenamtlich als Gruppenleiter/in tätig zu sein bedeutet: viel Arbeit, viel Vorbereitung, häufiges Telefonieren, Material besorgen, Schlüssel holen, viel Lärm ertragen müssen, drohendes Chaos in planmäßige und sinnvolle Abläufe verwandeln, Kritiker und Nörgler erdulden (und diese wird es immer wieder geben) ... und zum Schluß auch noch Aufräumen und Saubermachen.

"EIN TOLLER JOB !"

Und für wen oder was ?
Womöglich für die rund 180 Kinder und Jugendlichen (i.d. KjG Niederbrechen), die in den vielen Gruppenstunden, W ochenend- und Tagesaktionen und Freizeiten Spaß haben.

Nur Spaß? - Weit MEHR ! 

Bei diesen vielen Maßnahmen können Kinder und Jugendliche ihre Talente entdecken und fördern - ohne schulischen Notendruck. Spielerisch erfahren, zu was alles die eigenen 2 Hände mit ihren 10 Fingern in der Lage sind.                                                                                                                                        Sich mit anderen Kindern und Jugendlichen austauschen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen, Freundschaften zu knüpfen und erleben welch´ schöne Momente man in der Gemeinschaft haben kann.

Mitzubekommen und (wieder-) zu entdecken, daß es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs gibt, mit all´ seinen Besonderheiten - ohne gleich dramatische Konsequenzen erleiden zu müssen.

 

In sicherem Umfeld Grenzen kennenzulernen ohne abzustürzen.

 

Oder etwas, was für Kinder und Jugendliche von wesentlicher Bedeutung ist, - sich einfach auszutoben, den alltäglichen Frust und Druck ablassen, einfach ICH selbst sein.

Es gibt dort viele Wege zum ICH oder zum DU zu finden, ob auf der lauten Party, im aktiven Spiel, oder in einem meditativen Moment.

Das alles - und noch viel mehr - machen aktive Gruppenleiter/innen in der KjG möglich.


Das "allein" ist schon viel wert und verdient das:

 

Und noch mehr:


Denn es sei erwähnt, daß viele Eltern froh und erleichtert sind, egal ob alleinerziehend oder zu zweit, daß ihre Kinder für 1-2 Stunden i.d. Woche, für 1-2 Wochenenden oder für 2 Wochen in den Freizeiten gut aufgehoben sind. So haben Eltern einmal Ruhe vor ihren Kindern (und umgekehrt), was auch ´mal sein muß. Wertvolle Zeit also auch für Eltern - einmal Luft zu holen, auszuspannen, sich selbst zu finden ...

Wer hätte das gedacht ...


... daß es Städte und Gemeinden gibt, die einen "Jugendpfleger" einstellen müssen, weil es bei ihnen keine aktive Jugendbetreuung gibt und die Kinder und Jugendlichen auf der Straße herumlungern

Ein bezahlter Jugendpfleger kann kaum auch nur annähernd das leisten, was in gefestigter Struktur ca. 30 ehrenamtliche Gruppenleiter/innen "auf die Beine stellen", die die Menschen vor Ort kennen.

Politiker beklagen lauthals steigende Jugendkriminalität und mangelndes Engagement junger Menschen, - kürzen aber fleißig Zuschüsse und Förderungen für Ehrenamtliche.

Dabei sind es unsere ehrenamtliche Gruppenlieter/innen, die tagtäglich das gesellschaftliche Wunder vollbringen, zu welchem die Politiker scheinbar nicht in der Lage sind.

GRUPPENLEITER-IN EIN TOLLER JOB !!!!!

Und für was ? - Für kein Geld der Welt !

Sicher wäre ein kleiner Betrag zur Aufbesserung des Taschengeldes ganz nett. Aber egal wie hoch die Summe ausfallen würde, es wäre zu wenig für den Einsatz, die Leistung und Verantwortung, die ein/e aktiver Gruppenleiter/in aufbringt.

DER WAHRE GEWINN !

Mehr wert ist das, was ein richtiger Gruppenleiter durch seine Arbeit an Persönlichkeit und Lebenserfahrung gewinnt. Er/Sie lernt durch diese Tätigkeit; planerisches Denken und Handeln, in schwierigen Situationen die Ruhe und den Überblick zu behalten, erfolgreiches Organisieren, mit Menschen sinnvolles Kommunizieren, analytisches und kritisches Verhalten, keine Angst vor "großen Tieren" haben, seine eigene Meinung zu entwickeln - wertschätzen und öffentlich zu vertreten.

Diese und noch viele Fähigkeiten mehr kann ein aktiver KjG - Gruppenleiter erlangen.

Es gibt viele sog. Manager, die kostenintensive Schulungen besuchen, um diese Fähigkeiten kennenzulernen, weil sie diese in ihrem Beruf beherrschen sollten. (Übrigens mit Methoden, wie wir sie in der KjG schon lange anwenden).

Und wir Gruppenleiter "dürfen auch noch Spaß dabei haben". - Na, wenn das nicht BESONDERS WERTVOLL ist !!!


Volker 12.12.1999